Stop-Loss-Order – Wie sinnvoll ist diese Strategie?

Lesezeit: 4 min
04. Juli 2023

Viele Anleger haben ein Interesse daran, das Risiko von Verlusten bei Investitionen in Aktien und Fonds zu minimieren. Die Stop-Loss-Order ist ein Instrument, das häufig zu diesem Zwecke angewandt wird. Doch wie funktioniert das Stop-Loss-Prinzip? Was ist eine Stop-Loss-Order? Ist sie tatsächlich ein Garant für Sicherheit? In diesem Beitrag erfährst du, wie das Setzen einer Stop-Loss-Marke funktioniert und einiges mehr.


Was ist eine Stop-Loss-Order?

Mit einer Stop-Loss-Order erteilst du den Auftrag für ein Wertpapiergeschäft und legst fest, bei welcher Notierung des Kurses ein Verkauf der Anlage ausgelöst werden soll. Wenn der Kurs also den festgelegten Stoppkurs erreicht, wird automatisch verkauft. Diese Stop-Loss-Order kannst du bei deiner Depotbank oder deinem Broker mit entsprechendem Zugang zur Börse hinterlegen.

So kannst du als Anleger bereits erzielte Gewinne sichern oder Verluste und Risiken eingrenzen. Soweit die Theorie.

Beispiel für die klassische Stop-Loss-Order: Du hast ein Wertpapier zu 100 Euro gekauft. Du hinterlegst den Auftrag, dass du bei 90 Euro aussteigen möchtest, wenn der Kurs fällt, um einen höheren Verlust zu vermeiden.

Beachte: Eine Garantie, dass deine Stop-Loss-Order so ausgeführt wird, gibt es allerdings nicht. Sollte der Kurs der Aktie extrem schnell fallen und niemand möchte deine Aktie zu 90 Euro kaufen, sondern erst ab beispielsweise 60 Euro, geht deine Aktie zu 60 Euro weg. Mit der Stop-Loss-Order hast du festgelegt, das Wertpapier zum nächsten handelbaren Kurs zu verkaufen (Market Order).


Stop-Loss-Limit

Ein solches Szenario lässt sich nur durch ein Stop-Loss-Limit verhindern. Damit gibst du den Kurs an, bis zu welchem du gerade noch bereit bist, deine Aktie zu verkaufen. Du bestimmst also das Limit, bis zu welchem du bereit bist, einen Verkauf zuzulassen. Du setzt eine Limit-Order in den Markt. Angenommen, deine Schmerzgrenze liegt bei 70 Euro und jemand ist bereit, die Aktie zu 85 Euro zu kaufen, würde ein Verkauf ausgelöst werden. Besteht aber erst ab 60 Euro Interesse an deiner Aktie, wird kein Verkauf ausgelöst.


Wo solltest du einen Stop-Loss setzen?

Die richtige Platzierung der Stop-Loss-Marke ist Ermessenssache. Der zu wählende Abstand der Stop-Loss-Marke zum derzeitigen Kurs in Prozent oder Euro ist abhängig von der eigenen Risikoneigung, der Volatilität des Wertpapiers und der aktuellen Marktsituation.

  • Wird die Stop-Loss-Order automatisch ausgelöst, weil deine schwankungsfreudige Aktie einen „schwachen Moment“ hat und steigt dann rapide an, war es das.

  • Platzierst du die Stop-Loss-Marke zu tief, nimmst du möglicherweise unnötig hohe Kursverluste in Kauf, bevor die Order ausgelöst wird.

Kannst du nicht auf das Setzen einer Stop-Loss-Marke verzichten, macht es Sinn, den Stoppkurs nach oben hin anzupassen, wenn sich das Wertpapier in einem Aufwärtstrend befindet. Damit lässt du die Kurslücke nicht allzu groß werden. Prüfe allerdings, ob bei Order-Änderungen Gebühren erhoben werden.


Macht die Stop-Loss-Strategie Sinn?

Ob die Platzierung einer Stop-Loss-Marke Sinn macht, hängt vom Einzelfall ab. Was ist deine persönliche Strategie? Bist du Spekulant oder langfristiger Investor?

  • Warum solltest du heute schon einen Kurs festlegen, zu dem du garantiert aussteigen möchtest, wenn du langfristiger Investor bist? Es gibt Szenarien, die den Kurs einer Aktie kurzfristig mal stark schwanken lassen können. Das bedeutet längst nicht, dass es nicht wieder aufwärts geht. Dann ist es durch den automatisch erteilten Verkaufs-Auftrag allerdings zu spät.

  • Beachte außerdem: Hast du durch das Setzen der Stop-Loss-Marke einen Verlauf ausgelöst und einen Gewinn realisiert, musst du diesen zu 26,375 Prozent versteuern. Der Gewinn kann minimal sein. Steigst du zu einem späteren Zeitpunkt wieder ein, fehlen dir diese 26,375 Prozent für das nächste Investment. Dadurch entsteht dir ebenfalls ein Nachteil im Zinseszinseffekt.

Wie du weißt, bin ich kein Freund von Spekulationen am Aktienmarkt. Kurzfristiges Ein- und Aussteigen ergibt meines Erachtens wenig Sinn. Im Ernstfall kann dir eine Stop-Loss-Order mal den Kopf retten, aber es ist im Einzelfall zu prüfen, ob die Stop-Loss-Strategie individuell sinnvoll ist.

Nicht selten verlieren Anleger ihr Wertpapier durch solch automatische Verkaufs-Aufträge und ärgern sich im Nachhinein, weil die Aktie einfach mal kurz ins Schwanken geraten ist. Sie steigen dann zu einem höheren Kurs wieder ein und haben, trotz ihres Versuchs, einen Verlust zu vermeiden, eben genau diesen zu verkraften.

Meine Devise lautet: Vertraue dem Kapitalmarkt. Vertraue den Unternehmen, in die du investiert bist. Einer langfristigen Investition bei einer breiten Streuung in den weltweiten Aktienmarkt ist durchaus zu vertrauen.



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