Änderung deiner Vermögensanlage – Was du dabei beachten musst!

Lesezeit: 5 min
03. Dezember 2022

Was ist, wenn du feststellst, dass deine Vermögensanlage nicht mehr richtig zu dir passt und nicht die erwarteten Erträge bringt? Solltest du schnellstmöglich umdisponieren und deine Vermögensanlage auflösen? Welche Risiken dahinterstecken und was du beachten solltest, erfährst du in diesem Beitrag.

Derzeit fragen sich viele Anleger, ob sie ihre bestehende Vermögensanlage auflösen und einen besseren Vertrag abschließen sollen oder nicht. Um die Alternative soll es heute nicht gehen. Es geht vielmehr um die Grundsatzdebatte – auflösen oder weiterführen?


Vermögensanlage Versicherungsverträge

90 Prozent der Menschen, die sich momentan mit der Frage zur Auflösung der Geldanlage beschäftigen, haben ihr Vermögen in Versicherungsverträgen angelegt. Kunden, die jahrelang treu eingezahlt und mit Erschrecken festgestellt haben, dass ihre Verträge aktuell weniger Vermögensvolumen hergeben, als sie eingezahlt haben.

Die aktuelle Lage ist brenzlig für die Versicherungswirtschaft. Die Versicherer haben einen relativ hohen Bestand an Garantiezins-Verträgen, die irgendwie erfüllt werden müssen. Aktuell sehe ich viele Verträge, in denen der Versicherer mitteilt, dass er den Kunden keinerlei Überschussbeteiligung mehr gut schreibt, weil der Garantiezins höher ist, als die Gesamtverzinsung. Daher ist durchaus zu erwarten, dass der ein oder andere Anbieter in Zukunft die Segel streichen wird.


Vermögensanlage Lebens- oder Rentenversicherung

Bei diesen Versicherungsverträgen handelt es sich um Lebens- oder Rentenversicherungen. Bei der Lebensversicherung erhältst du in 20 bis 35 Jahren eine einmalige Auszahlung. Von der Rentenversicherung erhältst du eine monatliche Rentenleistung, eine einmalige Auszahlung oder eine Kombination aus beidem.

Oft werden diese Versicherungsverträge mit kleinen Beiträgen finanziert, etwa mit 25 oder 30 Euro monatlich, um sich damit beruhigen und sagen zu können, man sammelt so Vermögen an und sorgt für das Alter vor. Diese Versicherungsverträge bringen gar nichts, außer Profit für den Anbieter. Von Vermögensanlage kann also eigentlich gar nicht die Rede sein. Diese Verträge sind mit hohen Kosten verbunden, wie etwa Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Kapitalanlagekosten, Stückkosten, Risikokosten, et cetera. Nicht selten entstehen Kosten-Quoten von 15 bis 25 Prozent und mehr.

Als weitaus bessere Alternative empfehle ich, dein Vermögen in Fondssparplänen anzulegen. Es ist davon auszugehen, dass du damit weitaus besser fährst, als mit einer Renten- oder Lebensversicherung.

Wenn du dir die Frage stellst, ob du dich von deiner Vermögensanlage Renten- oder Lebensversicherung verabschieden und umdisponieren sollst, prüfe deine Kontoauszüge oder der Wertmitteilungen aus den letzten Jahren. Schaust du dir die Wertmitteilungen an und rechnest nach? Falls nicht, ist es höchste Zeit. Du wirst wahrscheinlich feststellen, dass die Überschüsse fallen und dass immer noch Abschlusskosten vorhanden sind. Diese kommen dadurch zustande, weil mit jedem Jahr und einer neuen Dynamik, neue Abschlusskosten anfallen. Du wirst auch feststellen, dass beispielsweise die Bewertungsreserven gar nicht mehr aufgeführt werden. Diese wurden dir einfach per Gerichtsurteil genommen. Das wurde vor vielen Jahren im stillen Kämmerlein beschlossen und fast niemand hat es mitbekommen.


Die Garantiezins-Falle in deiner Vermögensanlage

Wenn du dich auf solche Versicherungsverträge als Vermögensanlage verlässt, nimmt das meist kein gutes Ende. Meinen Mandanten fehlen hier teilweise bis zu 100.000 Euro aus den einstigen Hochrechnungen. Was hat dies mit einer sicheren Vermögensanlage zu tun?

Hast du dich für eine Lebensversicherung entschieden, kommt es zu Rentenbeginn zu einer einmaligen Kapitalauszahlung. Spätestens dann musst du dich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch bei der Rentenversicherung solltest du wissen, wie lange der Versicherer damit rechnet, dass du lebst. Teilweise musst du als Versicherter auf 26 bis 30 Jahre Rentenzahlungsdauer kommen, damit du den Break Even Point erreichst.

Die effektive Verzinsung von Versicherungsverträgen, die du heute neu abschließt, liegt schon im Negativen. Du bekommst heute 0,9 % Garantiezins auf deinen Sparbeitrag. Der Sparbeitrag ist das, was nach Abzug von Abschlusskosten, Verwaltungskosten, Kapitalanlagekosten, Ratenzahlungszuschlägen und vielem mehr, übrig bleibt. Die 0,9 Prozent gibt es also auf den reinen Nettobetrag. Wir sprechen also von ungefähr 0,1 bis 0,3 Prozent. Wenn du jetzt die statistische Inflation von 2 Prozent runterrechnest, die die EZB als Kaufpreisstabilität ansieht, dann landest du im Negativbereich.

Mit Überschüssen ist nur noch bei Versicherungsverträgen zu rechnen, die aktuell auslaufen. Glaubst du, dass du diese in 20 bis 30 Jahren noch bekommen wirst?

Lasse dich bitte nicht vom Garantiezins ins Bockshorn jagen. Der Garantiezins ist eine Lüge, die du selbst aufdecken kannst, wenn du die Mathematik dazu macht.


Vermögensanlage Investment-Depot

Es gibt natürlich auch Menschen, die ihr Vermögen seit vielen Jahren in Investment-Depots angelegt haben und sich fragen, ob sie wechseln und in einen Fonds investieren sollen, der die letzten Jahre besser gelaufen ist, als der ihre. Das ist ein fataler Fehler. Du solltest eine Vermögensanlage nie nach der Vergangenheit beurteilen und dementsprechend eine Entscheidung treffen.

Auch Steuerregelungen sind hier zu beachten. Für Anleger, die ihr Vermögen ab dem 01.01.2018 investiert haben, gilt die neue Steuerregelung. Für alle, die davor investiert haben, gibt es sogenannte Altanteile. Für die Kursgewinne von Fonds, die vor 2009 angeschafft wurden, gibt es einen Freibetrag von 100.000 Euro. Gilt für dich dieser Freibetrag von 100.000 Euro, solltest du dir die Frage stellen, wie lange du das Geld investiert lassen musst, um den Freibetrag auszuschöpfen. Sind deine Fonds nicht besonders lukrativ, kann es durchaus Sinn machen, deine Fonds zu tauschen. Es ist nicht unbedingt ratsam, jahrelang Steuervorteilen hinterherzujagen, wenn du die entsprechenden Marktrenditen nicht mitnehmen kannst.


Warum du beim Thema Vermögensanlage nicht der Masse folgen solltest

In Deutschland investieren immer noch verhältnismäßig wenige Menschen in Aktien und Aktienfonds. Die meisten setzen tatsächlich immer noch auf Sparbücher, Bausparverträge, Lebens- und Rentenversicherungen, weil man der Herde folgt, denn „das kann ja nicht verkehrt sein“.

Vergleiche dich bitte niemals mit anderen. Nur weil das Thema Finanzbildung in Deutschland immer noch nicht etabliert ist und Finanzen immer noch teils ein Tabuthema sind, solltest du nicht mit der Masse schwimmen und das tun, wovon die Allgemeinheit glaubt, es sei das Richtige. Wenn deine Berechnungen ergeben, dass du dich von einer Vermögensanlage lösen solltest, weil sie wenig oder keinen Ertrag bringt, dann halte sie nicht, nur weil alle auf diese Vermögensanlage setzen. Deine Entscheidung sollte auf deine aktuelle Lage abgestimmt sein und du darfst später nicht bereuen, etwas nicht getan zu haben. Dann ist die Entscheidung, die du heute triffst, die richtige.

Beschäftige dich genau mit deinen Vermögensanlagen und frage dich, was, wenn ein Wechsel letztlich doch besser ist und du heute nicht die Chance ergreifst? Natürlich sind wir in 15 bis 20 Jahren diesbezüglich schlauer, aber abwarten und nichts tun kann nicht die Lösung sein. Dann ist es zu spät. Du musst heute die Verantwortung für deine Vermögensanlage übernehmen und diese bitte nicht auf andere abwälzen.

Noch niemand hat ein Spiel gewonnen, indem er vom Spielfeldrand aus zugeschaut hat. Du musst selbst auf den Platz und Tore schießen. Erst dann kannst du gewinnen. Schaust du lieber zu, wie andere ihr Vermögen aufbauen? Die beste Möglichkeit, zu investieren und Verantwortung zu übernehmen, ist immer jetzt.

Ob du nun deine bestehende Vermögensanlage auflösen und ändern solltest, ist also sehr individuell zu beurteilen und es gibt keine allgemeingültige Antwort darauf. Von daher möchte ich dich dazu animieren, dich mit deinen Finanzen und Vermögensanlagen detailliert zu beschäftigen, um deine persönliche Antwort darauf zu finden. Allerdings will ich dich keinesfalls dazu bewegen, einen Schnellschuss auszulösen. Kündige jetzt bitte nicht Hals über Kopf und im Alleingang deine Verträge oder stelle sie beitragsfrei. Dazu solltest du immer einen Experten zurate ziehen. Bestenfalls jemanden, der nicht am Verkauf deines Vertrages beteiligt war. Derjenige, der dir diesen Vertrag verkauft hat, hat oft, aus finanzieller Sicht, ein Interesse daran, diesen Vertrag zu halten.



Möchtest du dich mit mir über deine Vermögensanlagen austauschen, dann hast du in einem kostenlosen Strategiegespräch die Möglichkeit dazu. Ich gebe dir Tipps, wie du einen Vertrag für dich analysierst, worauf es ankommt, was die Merkmale sind und worauf du achten solltest. Vielleicht kann ich für dich eine Abkürzung darstellen. Viele schieben das Thema Finanzen gern vor sich her, aber der Faktor Zeit ist bitte nicht zu unterschätzen. Spreche mich gern an und kontaktiere mich über Instagram, Facebook oder LinkedIn.

Zum Schluss habe ich noch eine Bitte an dich: Wenn du meinen Podcast empfehlenswert findest, dann teile ihn bitte im Social Media Bereich. Teile ihn auch gern offline mit Familie, Freunden und Bekannten. Gemeinsam ist man in der Gruppe stärker und gemeinsam können wir viel mehr erreichen. Mein Ziel ist es, Menschen dazu zu bringen, sich mit ihren Finanzen und Vermögensanlagen zu beschäftigen, damit sie klügere Entscheidungen für die Zukunft treffen können. Vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast und bis bald,

dein Sven Stopka.

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