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Steuervorteile bei ETFs: Was dir Social Media nicht erzählt

von Sven Stopka
Lesezeit: 3 min
06. Juni 2024

In den sozialen Medien und Werbeanzeigen taucht immer wieder die Behauptung auf, dass du durch Investitionen in ETFs erhebliche Steuervorteile realisieren kannst. Doch wie viel Wahrheit steckt wirklich hinter diesen Aussagen? Sind sie nur ein Köder, um dich in unvorteilhafte Finanzprodukte zu locken? In diesem Beitrag gehe ich diesen Fragen auf den Grund.

 

Steuervorteile bei ETFs: Realität oder Marketingfalle?

Die Versprechen der Anbieter: Werbeanzeigen preisen häufig „steueroptimierte ETFs und Fonds“ an, die angeblich Neobroker in den Schatten stellen können. Slogans wie „Als Selbstständiger und Gutverdiener bis zu 42 Prozent Steuern mit ETF-Anlagen sparen“ oder „Steuererstattung mit ETFs, ungenutzte Zuschüsse und Steuerersparnisse noch im Jahre 2023 sichern“ suggerieren enorme finanzielle Vorteile. All diese Aussagen zielen darauf ab, dass du deine ETFs von der Steuer absetzen kannst. Funktioniert das grundsätzlich? Ich sage: Neun von zehn ETF-Sparer verlieren diesen Steuervorteil.


Fakten zu Steuervorteilen bei ETFs

Lassen wir uns die Sache genauer ansehen: Wenn du in ETFs über ein gewöhnliches Depot bei einer Depotbank oder einem Neobroker investierst, sind diese nicht direkt von der Steuer absetzbar. Die Angebote, die Steuervorteile versprechen, beziehen sich oft auf die Basisrente, auch bekannt als Rürup-Rente. Dies ist ein Produkt, das aufgrund seiner Unflexibilität und hohen Kosten von vielen Experten kritisiert wird, denn sie ist der kleine Bruder sozusagen, der deutschen Rentenversicherung.

Diese Anbieter wollen dir suggerieren, dass es funktioniert. Das kann es auch, aber über einen Umweg, über dessen Konsequenzen du dir bitte auch im Klaren sein musst. Sie verkaufen dir ein Produkt, das du unter normalen Bedingungen sicher nicht kaufen würdest.


Die Basisrente: Ein zweischneidiges Schwert

Die Basisrente erlaubt es zwar, Beiträge steuerlich abzusetzen, bindet jedoch dein Kapital auf Lebenszeit. Du kannst nicht über das eingezahlte Geld verfügen, weder durch eine Teilkündigung noch durch einen kompletten Rückkauf. Diese Produkte sind oft teuer und unflexibel und bieten auf lange Sicht gesehen möglicherweise keine gute Rendite.


Vorsicht vor langfristigen Verpflichtungen

Investitionen in eine Rürup-Rente sind irreversibel. Du solltest also genau überlegen, ob du dein Geld langfristig in ein solches Produkt stecken möchtest. Natürlich kannst du diese Beiträge dann bis zu einem gewissen Höchstbetrag von der Steuer absetzen. Das bringt jedoch gewisse Konsequenzen mit sich, über die du dir im Klaren sein musst. Und auch wenn sie auf den ersten Blick lukrativ zu sein scheint, musst du den finanziellen Vorteil mit den Nachteilen dieses unflexiblen Produkts gegenrechnen.

Zudem sind viele Versicherer, die solche Renten anbieten, finanziell angeschlagen und stehen unter strenger Beobachtung der BaFin. Wie viele es genau sind, ist aktuell nicht bekannt. Du musst also darauf vertrauen, dass dein Anbieter auch in 40 oder 50 Jahren noch besteht. Dies birgt zusätzliche Risiken für die Zukunftssicherheit deines investierten Kapitals.


Die Rolle eines unabhängigen Finanzberaters

Als unabhängiger Finanzexperte rate ich zur Vorsicht bei solchen Produkten. Die angeblichen Steuervorteile können dich langfristig teuer zu stehen kommen. Es ist wichtig, alle Aspekte einer Investition zu berücksichtigen: die potenziellen Steuervorteile, die Kosten und die Flexibilität des Produkts. Nicht selten sind die langfristigen Nachteile größer als die kurzfristigen steuerlichen Vorteile.

Für mich persönlich sprechen zu viele Fakten gegen die Branche und ihre Produkte, und ich erwarte in den kommenden Jahren einen riesigen Knall. Viele werden ein trauriges Erwachen erleben, weil das, was ihnen zugesagt wurde, nicht eingehalten werden wird. Das Geld ist dann vermutlich weg. Ich möchte jedenfalls, dass du die Fakten kennst und für dich eine kompetente Entscheidung treffen kannst. Ich möchte dich wachrütteln und sensibilisieren.


Fazit: Steuervorteil ETFs kritisch hinterfragen

Bevor du dich von Werbeversprechen zu einer Investition verleiten lässt, solltest du die Angebote gründlich prüfen und eine unabhängige Meinung einholen. Denke daran, dass eine gut durchdachte finanzielle Entscheidung auf einer umfassenden Bewertung aller Faktoren basieren sollte, nicht nur auf den versprochenen Steuervorteilen. Wenn du Unterstützung benötigst oder dir eine zweite Meinung einholen möchtest, stehe ich dir gerne zur Seite.

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Bleibe klug, planbar und vor allem renditestark investiert. Bis zum nächsten Mal,

dein Sven Stopka