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Finanzplanung für Selbstständige

Geschrieben von Sven Stopka | 19. Februar 2026

 

Im ersten Teil des Experteninterviews mit Jasmin Möser zum Thema Finanzplanung für Selbstständige haben wir darüber gesprochen, warum viele Unternehmer trotz voller Auftragsbücher finanziell kaum vorankommen. Zu niedrige Preise, fehlende Struktur und ein Angestellten-Mindset führen dazu, dass zu wenig übrig bleibt, um Rücklagen zu bilden oder überhaupt an Vermögensaufbau zu denken. Genau hier knüpfen wir jetzt an.

Denn eine stabile Finanzplanung für Selbstständige entsteht nicht durch „mehr arbeiten“, sondern durch ein System, das dir Klarheit, Kontrolle und Planbarkeit gibt. Jasmin und ich steigen in diesem zweiten Teil tiefer ein: Wie kalkulierst du Preise, die dein Leben wirklich tragen? Wie baust du Rücklagen und Liquidität richtig auf? Und wie trennst du endlich sauber zwischen privaten und geschäftlichen Finanzen, damit du Entscheidungen souverän treffen kannst – statt im ständigen Überlebensmodus zu stecken?

Wenn du bisher das Gefühl hattest, deine Selbstständigkeit arbeitet mehr gegen dich als für dich, wirst du in diesem Teil die Bausteine finden, die dir echte Sicherheit geben.

Das Fundament: Warum Selbstständige ein Geldsystem brauchen – nicht mehr Disziplin

Wenn Jasmin eines in fast zwei Jahrzehnten Krisenbegleitung gelernt hat, dann das: Die meisten Selbstständigen haben kein Einnahmenproblem – sie haben ein Systemproblem.

Und genau das unterscheidet erfolgreiche Unternehmer von denen, die ständig unter Druck stehen. Viele versuchen, ihre Finanzen „nebenbei“ zu managen – im Kopf, zwischen Terminen, irgendwo zwischen To-dos und Papierstapeln. Doch dieses ständige Feuerwehrspielen erzeugt genau den Stress, den so viele kennen: ein gutes Businessgefühl, aber ein Kontostand, der eine völlig andere Sprache spricht.

Jasmin beschreibt es im Interview klar: „Das Problem ist nicht, dass sie zu wenig arbeiten. Das Problem ist, dass sie ohne Geländer laufen.“

Ohne klare Abläufe rutscht man automatisch in ein reines Reagieren hinein. Man bezahlt Rechnungen, wenn man zufällig daran denkt. Man schiebt Steuerunterlagen vor sich her, bis es brennt. Man macht Rücklagen, wenn gerade etwas übrig bleibt – was selten passiert.

Das Ergebnis: Gute Umsätze, aber keine Stabilität. Viel Einsatz, aber wenig Sicherheit.

Und genau hier wird sichtbar, warum Finanzplanung für Selbstständige eine völlig andere Grundlage braucht als für Angestellte. Selbstständige müssen Entscheidungen treffen, noch bevor das Geld kommt – und diese Entscheidungen brauchen Struktur, nicht Intuition.

Jasmins wichtigste Botschaft lautet deshalb:


Ein funktionierendes Geldsystem schafft Klarheit, bevor Chaos entsteht. Es nimmt Druck raus, bevor Engpässe entstehen. Es sorgt dafür, dass ein voller Kalender nicht mehr zu einem leeren Konto führt.

Finanzplanung für Selbstständige beginnt deshalb nie bei Zahlen, sondern immer beim Fundament: einem System, das Entscheidungen abnimmt und Stabilität erzeugt.

Das Herzstück der Finanzplanung für Selbstständige: Ein Geldsystem, das Entscheidungen abnimmt

Wenn wir im Gespräch eines ganz deutlich gemerkt haben, dann das: Ein funktionierendes Geldsystem ist kein „Nice-to-have“, sondern der zentrale Hebel, damit Finanzplanung für Selbstständige und Unternehmer überhaupt funktionieren kann.

Jasmin beschreibt es sehr klar: Viele Selbstständige versuchen, ihre Finanzen im Kopf zu managen – und genau dort beginnt das Chaos. Rechnungen, Steuern, laufende Kosten, private Ausgaben, Rücklagen, Vergessenes, Verschobenes – alles schwirrt durcheinander.„Du brauchst feste Abläufe, sonst holt dich das System irgendwann ein“, sagt sie.

Ein Geldsystem schafft diese Abläufe. Es sorgt dafür, dass Geld nicht einfach „durchläuft“, sondern bewusst gesteuert wird. Statt Zufall entscheiden klare Schritte:

  • Einnahmen landen nicht auf einem einzigen Konto, sondern werden verteilt.
  • Steuern werden automatisch beiseitegelegt, bevor sie überhaupt fehlen können.
  • Rücklagen sind kein Wunsch, sondern ein fix eingeplanter Bestandteil.
  • Privatentnahmen basieren nicht auf Hoffnung, sondern auf klar definierten Zahlen.

Wer jedes Mal neu überlegen muss, wie Geld verteilt wird, erschöpft sich emotional – und trifft oft die falschen Entscheidungen. Auch Sven bringt es im Interview auf den Punkt: „Du kannst nur investieren, wenn du deine Zahlen kontrollierst. Finanzplanung für Selbstständige braucht eine Struktur, die jeden Monat funktioniert – egal wie viel Stress gerade herrscht.“

Ein stabiles Geldsystem schafft genau diese Sicherheit. Es nimmt Druck aus dem Alltag, weil du weißt, dass Steuern, Rücklagen und wichtige Kosten automatisch berücksichtigt sind. Und erst wenn diese Basis steht, entsteht die Freiheit, die sich viele Selbstständige wünschen: Geld endlich aktiv zu steuern, statt ihm ständig hinterherzulaufen.

Wo Selbstständige finanziell abrutschen – und wie du wieder Kontrolle gewinnst

Wenn Selbstständige wirtschaftlich ins Rutschen geraten, passiert das selten über Nacht. Jasmin sieht in ihrer Arbeit immer wieder die gleichen Muster: Das Geschäft läuft, die Auftragslage ist gut – doch im Hintergrund fehlt jede finanzielle Struktur. Genau hier kippt die Stabilität, lange bevor jemand merkt, dass die Situation ernst wird.

Ein Kernproblem ist die fehlende Steuerplanung. Viele Selbstständige zahlen ihre Steuern erst dann, wenn der Bescheid kommt – oft viel später und deutlich höher als gedacht. Dieses „Überraschungspaket“ bringt Konten regelmäßig ins Wanken. Jasmin beschreibt Fälle, in denen Unternehmer Monate oder sogar Jahre gut verdient haben, bis eine hohe Nachzahlung das komplette System sprengt.

Auch die Liquidität wird häufig falsch eingeschätzt. Geld auf dem Konto wirkt wie „Spielraum“, obwohl große Teile davon schon verplant sind. Ohne Liquiditätsstrategie – also eine klare Trennung zwischen Einnahmen, Fixkosten, Steuern und Rücklagen – entsteht schnell ein falsches Sicherheitsgefühl. Genau deshalb gehört Finanzplanung für Selbstständige immer auch dazu, Geld zu strukturieren, bevor man es ausgibt.

Eine weitere Schwachstelle ist die unklare Kostenstruktur. Viele wissen gar nicht genau, welche monatlichen Verpflichtungen tatsächlich bestehen. Versicherungen, Tools, Abos, versteckte Jahreszahlungen – ohne klare Übersicht bleibt die Kalkulation unscharf. Jasmin nennt das „blindes Fliegen in den Finanzen“.

Hinzu kommt ein Punkt, den Sven besonders hervorhebt: Das Rechnungswesen wird zu spät ernst genommen. Viele erledigen Buchhaltung „zwischendurch“, wenn Zeit bleibt – und genau diese fehlende Routine sorgt dafür, dass man Entwicklungen erst erkennt, wenn es schon brennt. Dabei kann ein regelmäßiger Rhythmus in der Buchhaltung enorm entlasten.

Tools, Routinen & Automationen: So machst du als Selbstständiger deine Finanzplanung alltagstauglich

  • Erstelle eine Fixkostenliste, die wirklich vollständig ist – geschäftlich und privat.
  • Lege einen Steuerpuffer an, der jede Einnahme automatisch berücksichtigt.
  • Führe einen festen Buchhaltungsrhythmus ein, wöchentlich oder mindestens zweimal im Monat.

Für viele Selbstständige wird die Umsetzung leichter, wenn Technik im Hintergrund hilft. Ich empfehle dir unter anderem Tools wie BuchhaltungsButler, das Automatisierung, Übersicht und Struktur miteinander kombiniert – ohne, dass man selbst zum Buchhalter werden muss.

So entsteht Schritt für Schritt ein solides Fundament, das nicht nur deine Zahlen stabilisiert, sondern auch den Kopf entlastet. Genau hier beginnt echte Finanzplanung für Selbstständige. Doch Jasmin betont auch hier klar: „Tools ersetzen kein Denken. Sie funktionieren erst, wenn du vorher weißt, wie dein System aussehen soll.“

Finanzplanung für Selbstständige bedeutet also nicht, möglichst viele Apps zu nutzen, sondern ein klares Fundament zu schaffen: Wann machst du deine Buchhaltung? Wie laufen Zahlungen? Was passiert automatisch — und was bewusst?

Wenn diese Struktur steht, sorgen Tools dafür, dass du sie mühelos einhalten kannst. Dann wird dein Finanzalltag leicht, übersichtlich und planbar – genau so, wie es für ein stabiles Business nötig ist.

Rücklagen – der unterschätzte Stabilitätsfaktor in der Finanzplanung für Selbstständige

Wenn es einen Punkt gibt, den wir immer wieder sehen, dann diesen: Finanzielle Probleme entstehen selten über Nacht – sie entstehen, weil keine Rücklagen da sind.

Viele Selbstständige arbeiten jahrelang „auf Kante“ und hoffen, dass alles gutgeht. Doch wie Jasmin im Gespräch mehrfach betont, reicht ein einziger ungeplanter Vorfall, um alles ins Wanken zu bringen: ein verspäteter Zahlungseingang, eine unerwartete Steuernachzahlung, eine Krankheit, ein kaputtes Arbeitsgerät.

„Viele Situationen, in denen ich gerufen werde, wären nie entstanden, wenn Rücklagen da gewesen wären.“ – Jasmin

Rücklagen sorgen dafür, dass du nicht in Panik entscheiden musst, sondern handlungsfähig bleibst. Sie sind das Sicherheitsnetz, das verhindert, dass du von Monat zu Monat „überleben“ musst.

Finanzplanung für Selbstständige bedeutet deshalb auch, ein finanzielles Polster aufzubauen, das dich unabhängig macht. Rücklagen nehmen nicht nur Druck aus dem Alltag, sie verändern auch deine Entscheidungen. Mit Rücklagen entscheidest du ruhiger, sicherer und strategischer. Du nimmst Aufträge an, die zu dir passen – nicht die, die du aus Angst annehmen musst.

Und es geht um noch mehr: Rücklagen bestimmen, ob du investieren kannst. Ohne Liquidität bleibt jeder Wachstumsimpuls stecken. Du kannst keine Weiterbildung bezahlen, keine Fachkraft einstellen, keine neue Software anschaffen, keine Kapazitäten erweitern. Geldmangel zwingt dich in Stillstand, selbst wenn dein Unternehmen eigentlich bereit für den nächsten Schritt wäre.

Aus ihrer Krisenarbeit kann Jasmin klar sagen: Rücklagen sind nicht nur Sicherheit – sie sind Entscheidungsfreiheit. Sie sind mentale Entlastung. Sie sind der Punkt, an dem Selbstständige aufhören, ständig „mit dem Rücken zur Wand“ zu arbeiten. Genau deshalb ist dieser Schritt so entscheidend: Ein solides Rücklagensystem macht dein Business nicht nur stabiler, sondern auch zukunftsfähig.

Private Finanzplanung: Warum Selbstständige zuerst Stabilität brauchen, bevor sie investieren

Viele Selbstständige wünschen sich langfristigen Vermögensaufbau – aber die Wahrheit ist: Ohne stabile geschäftliche Basis funktioniert private Finanzplanung nicht. Der wichtigste Schritt kommt nicht an der Börse, nicht im Depot und nicht bei der Wahl eines Fonds, sondern deutlich früher: Ordnung im Business.


Und genau das zeigt sich im Alltag immer wieder. Wer ständig Geld zwischen Privat- und Geschäftskonto hin- und herschieben muss, wer keine Rücklagen hat oder seine Steuern nur mit Stress zahlen kann, hat keine Grundlage für private Vorsorge – geschweige denn für langfristigen Vermögensaufbau.

Finanzplanung für Selbstständige bedeutet daher: erst Struktur, dann Rendite.

Wenn das Business stabil läuft, passiert etwas Entscheidendes: Zum ersten Mal entstehen freie Mittel, die nicht sofort wieder für Steuern, Rechnungen oder Engpässe verschwinden. Genau an diesem Punkt beginnt sinnvoller Vermögensaufbau – ruhig, planbar und ohne Druck. Erst dann wird es möglich, ein gut durchdachtes Investmentkonzept aufzubauen, das zu deinem Leben, deinen Zielen und deinem Risikoprofil passt.


Fazit: Finanzplanung für Selbstständige gelingt nur mit System – nicht mit Hoffnung

Am Ende dieses zweiten Teils wird eines besonders deutlich: Finanzielle Stabilität entsteht nicht durch mehr Arbeit, sondern durch Struktur. Alles, was Jasmin und ich besprochen haben, führt auf diesen einen Kernpunkt zurück: Ohne ein funktionierendes Geldsystem kann Selbstständigkeit nicht dauerhaft tragen.

In Teil 1 haben wir gezeigt, warum volle Auftragsbücher nichts wert sind, wenn Kalkulation, Preise und Liquidität nicht stimmen. In Teil 2 hast du gesehen, wie du diese Grundlage endlich stabil aufbaust: mit klaren Abläufen, strukturierten Rücklagen, funktionierenden Tools und einer Finanzarchitektur, die dir Entscheidungen abnimmt.

Der entscheidende Mindshift lautet:

Finanzplanung für Selbstständige wird erst dann wirklich wirksam, wenn sie dir Stabilität schenkt: im Business, im Kopf und in deiner privaten Zukunftsplanung. Denn erst wenn dein Unternehmen finanziell sauber aufgestellt ist, kannst du nachhaltig investieren und echten Vermögensaufbau betreiben.

Struktur ist kein Extra. Sie ist die Basis für alles, was danach kommt.

So kannst du jetzt weiterarbeiten – mit Klarheit, Struktur und Unterstützung

Wenn du an diesem Punkt angekommen bist, hast du bereits den wichtigsten Schritt gemacht: Du beschäftigst dich aktiv mit deiner finanziellen Struktur. Genau hier beginnt echte Stabilität für Selbstständige. Und wenn du möchtest, gibt es jetzt mehrere Wege, wie du weiterarbeiten kannst – je nachdem, welche Unterstützung du gerade brauchst.

Wenn du herausfinden willst, wo in deinem Business finanzielle oder organisatorische Engpässe stecken, dann lohnt sich Jasmins Business Klartext Check. Dort bekommst du eine schonungslose, aber konstruktive Analyse, die dir zeigt, wo dein System heute steht und welche Stellschrauben du drehen kannst.

Wenn du den nächsten Schritt in deiner privaten Finanzplanung gehen möchtest, biete ich dir ein honorarfreies Erstgespräch an. Wir sehen uns gemeinsam an, wie stabil deine geschäftlichen Strukturen bereits sind – und wie du darauf aufbauend langfristig investieren kannst.

 

Wenn du tiefer verstehen willst, wie Finanzprodukte wirklich funktionieren und wie du teure Fehler vermeidest, dann empfehle ich dir mein Buch Du kannst es dir nicht leisten, kein Millionär zu werden. Es ist ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen der Finanzindustrie – klar, verständlich und direkt anwendbar.

Und wenn dir dieser zweite Teil geholfen hat, dann abonniere gerne meinen Finanzpodcast, um keinen weiteren Beitrag, keine Strategie und kein neues Interview zu verpassen. Jede Woche bekommst du Impulse, die dich finanziell stabiler, klarer und unabhängiger machen.

Bleib wie immer: klug, planbar und renditestark investiert. Bis zum nächsten Mal,

dein Sven Stopka.