Altersvorsorge

Vermögen aufbauen mit 30 – Welche Anlagestrategien eignen sich für junge Menschen?

Was versteht man unter Nettopolicen bei Versicherungsprodukten? Was gibt es zu beachten und was solltest du beim Honorar von Versicherungsvertretern und -maklern berücksichtigen? Solltest du dich derzeit mit Nettopolicen beschäftigen, wartet am Ende des Beitrags ein spezielles Angebot auf dich.

Inhaltsverzeichnis

Beginne früh und mit der richtigen Strategie

Die richtige Strategie ist genauso wichtig, wie ein möglichst früher Start in jungen Jahren. Möchtest du deine Anlagestrategie später ändern, kostet dich das Geld, vor allem aber wertvolle Zeit. Zeitlich gesehen erscheinen 5 Jahre nicht allzu viel, aber bezüglich der Finanzplanung machen 5 Jahre doch einen sehr großen Unterschied. Diese 5 Jahre musst du dann durch höhere Beiträge oder höhere Renditen aufholen. Und eine höhere Rendite bedeutet in der Regel ein etwas höheres Risiko.

Wie viel du monatlich in deinen Vermögensaufbau investieren solltest

Es gibt keine allgemeine Formel dafür, wie viel du investieren solltest. Eine Erhebung aus meinem Mandantenstamm hat ergeben, dass ein Großteil ungefähr zwischen 10 und 15 % des persönlichen Nettoeinkommens monatlich in den Vermögensaufbau investiert. Hinzu kommen Ersparnisse oder auch sonstige Sonderzahlungen über den Arbeitgeber, Erbschaften oder ähnliches. 10 % von deinem aktuellen Nettoeinkommen sind jedoch mindestens monatlich zu investieren.

Beispiel:

Nehmen wir an, du verdienst monatlich 2.000 Euro netto und investierst 10 % davon. Wir gehen von 6 % Rendite aus. Das führt bei 35 Jahren Anlagedauer zu einem Endkapital von 276.135,00 Euro. Wir rechnen hier exklusive Steuern, denn Steuern sind sehr individuell.

Beginnst du erst 3 Jahre später und investierst dein Geld nur 32 Jahre, führt das schon dazu, dass du monatlich 245 Euro aufwenden musst, um das gleiche Ergebnis zu erzielen. Das sind fast 25 % mehr Beitrag. Solltest du bei den 200 Euro monatlich bleiben und auch die Rendite bleibt bei 6 %, dann hast du nach 32 Jahren ein Endkapital von 225.224,00 Euro. Das macht eine Differenz von knapp 51.000 Euro, obwohl du nur auf 7.200 Euro weniger Kapital gesetzt hast.

Natürlich kannst du versuchen, anstatt 6 % Rendite, 7 % Rendite zu erwirtschaften. Dann hättest du das gleiche Ergebnis.

Du siehst aber, dass hier die Zeit eine sehr wichtige Rolle spielt. Diese Zeit solltest du auf jeden Fall nutzen, dein Geld sicher und rentabel zu investieren.

Vermögen aufbauen mit 30: Ist das Eigenheim die ultimative Lösung?

Das selbstgenutzte Eigenheim ist nach meinem Dafürhalten die größte Vermögens-Lüge in Deutschland. Ein Eigenheim stellt eher eine Belastung dar, anstatt einen Vermögenswert. Ich sehe in Beratungen immer wieder, dass sich junge Paare an der Grenze des Machbaren bewegen, nur weil sie an ihrem Traum vom Haus festhalten. Oft steckt nichts anderes als sozialer Druck dahinter.

Kein Eigenheim zu haben, ist nicht nachteilig. Investiere dein Geld alternativ doch lieber sinnvoll und klug. Frage dich, wer nach 30 Jahren mehr Vermögen aufgebaut hat, das Pärchen mit dem Eigenheim oder du, als Investor.

Wenn du jedoch unbedingt an diesem Traum vom Eigenheim festhalten möchtest, hier mein Tipp: Der Hausbau auf Probe.

Was soll das sein, fragst du dich. Gehen wir von einer monatlichen Miete von 650 Euro aus. Die monatliche Belastung für den Kredit bei der Bank würde bei 1.200 Euro liegen. Die Differenz daraus, also 550 Euro, sparst du nun über ein, besser sogar zwei Jahre, zur Probe. Fasse dieses Geld nicht an. Wenn nötig, bitte eine Person deines Vertrauens um Hilfe und lasse diese Person das Geld für dich aufbewahren. Wenn du nach zwei Jahren immer noch daran festhältst, hast du ein kleines Startkapital und kannst das Thema Immobilienfinanzierung angehen. Treffe diese Entscheidung jedoch weise. Sie wird dich die nächsten 20, 25 oder sogar 30 Jahre begleiten.

Übernehme Verantwortung für dein Geld

Das Thema Finanzen und Vermögensaufbau scheint oftmals nicht wirklich beliebt zu sein, weil es kompliziert erscheint. Gehst du das Thema aber einmal richtig an, wirst du erkennen, dass es gar nicht kompliziert sein muss. Das Problem ist, dass wir oft keine frühen Berührungspunkte mit dem Thema haben. Weder in der Schule, noch in der Berufsausbildung wird uns dieses Thema nähergebracht. Deshalb schrecken viele davor zurück, schieben es auf die lange Bank oder geben es an jemanden ab, der sich vermeintlich damit auskennt. Es ist aber von großer Bedeutung, dass du dich selbst mit dem Thema Vermögensaufbau auseinandersetzt und dich über verschiedene Anlagestrategien informierst und diese verstehst.

Ich persönlich arbeite nach den Werten des integren Verhaltens. Das bedeutet, alles, was ich meinen Mandanten empfehle, besitze ich selbst. Alles, was ich vorschlage, lebe ich auch selbst. Nur so kann ich authentisch und integer mit meinen Mandanten arbeiten und diese merken so, dass ich voll und ganz hinter dem stehe, was ich sage.

Setze dir konkrete Ziele

Wenn du sagst, du möchtest in 30 Jahren vermögend sein oder in 15 Jahren ein neues Auto besitzen, dann ist das eher ein Wunsch, aber kein konkretes Ziel. Ein konkretes Ziel ist spezifisch und messbar.

Wenn du in 10 Jahren eine Weltreise machen möchtest und errechnest, dass dich diese 10.000 Euro kostet, dann wird es konkreter. Du solltest dir diese 10.000 Euro fest einplanen. So wirst du dieses Ziel messbar kontrollieren können. Träume und Wünsche hat jeder, aber du musst diese verschriftlichen. Notiere dir deine Wünsche und Träume in Form konkreter Daten und Summen, die du benötigst. Diese Summen integrierst du in deine Finanzplanung.

Vermögen aufbauen mit 30: Was sind nun konkrete Lösungsansätze?

Du bist Anfang 30 und bereit, dich mit dem Thema Finanzen auseinander zu setzen. Du weißt, dass du frühestmöglich mit dem Vermögensaufbau anfangen solltest, wie viel du monatlich investieren solltest und dass konkrete Ziele maßgeblich sind.

Vorsicht bei Versicherungsprodukten

Es viele Möglichkeiten, Geld zu sparen oder zu investieren. Viele setzen hierbei auf Versicherungsprodukte, wie Basisrenten, die Riester-Rente, private Rentenversicherungen, die betriebliche Altersvorsorge. Ich persönlich bin kein Freund von diesen Versicherungsprodukten. Erstens sind diese teilweise sehr unflexibel, zweitens sind sie sehr teuer und drittens, kaum zu durchschauen. Weiterhin stehen die Hälfte der Versicherer unter Aufsicht, weil sie mittel- bis langfristig finanzielle Probleme haben.

Warum solltest du in ein Versicherungsprodukt investieren, wenn du nicht weißt, ob du dein Geld in 15 oder 20 Jahren überhaupt wiedersiehst?

Steuervorteile und Zuschüsse sind weitere Schlagworte, die du infrage stellen solltest. Banken und Versicherer locken damit, aber Vorsicht: Steuervorteile und Zuschüsse sind häufig als Kosten in diesen Produkten einkalkuliert und am Ende kommt bei dir kaum etwas davon an.

Ganz wichtig: Jedes Produkt muss sich ohne jegliche Zuschüsse und Förderungen auch von alleine rechnen.

Wenn du ein solches Produkt, wie eine Riester-Rente, eine Basisrente oder eine betriebliche Altersvorsorge angeboten bekommst, verlange ein analoges Angebot dazu, ohne jegliche Förderung. Das heißt, bietet dir jemand eine Riester-Rente über beispielsweise 150 Euro im Monat an, verlange vom gleichen Anbieter mit den gleichen Anlage-Hintergründen ein identisches Angebot über 150 Euro und vergleiche die Kosten.

Ich garantiere dir, du wirst erstaunt sein, wie hoch die Kosten einer Riester-Rente gegenüber einer normalen fondsgebundene Renten- oder Lebensversicherung sein können.

In Depots investieren: Eine clevere Möglichkeit für den Vermögensaufbau ab 30

Depots haben sehr viele Vorteile. Es gab in den letzten Jahrzehnten keinerlei Anleger-Skandale oder negative Pressemitteilungen zu Investmentfonds und Depots.

Vorteile zur Geldanlage in Depots

Du kannst mit einem Depot völlig flexibel, frei und vor allem kostengünstig agieren. Du kannst die monatlichen Beiträge beliebig herauf und heruntersetzen. Du kannst Zuzahlungen machen, Entnahmen tätigen, du kannst dir später daraus einen monatlichen Entnahmeplan gestalten. Du kannst auch die monatlichen Zahlungen beliebig aussetzen, etc.

Der größte Vorteil: du kannst bei einem Depot komplett frei investieren. Du hast bei vielen Depotbanken eine riesige Auswahl an Fonds und kannst selbst entscheiden, welche Fonds am besten zu dir passen. Ich empfehle dir die öffentliche Plattform www.fondsweb.com. Dort bekommst du ausreichend Informationen und kannst Fonds gegenüberstellen. Die Auswahl an Fonds, die Versicherer hingegen oft zur Verfügung stellen, ist doch meist relativ überschaubar und eingeschränkt.

Fazit zu Anlagestrategien und Vermögen aufbauen mit 30:

Was kannst du nun konkret für dich mitnehmen? Was sind die wichtigsten Punkte, die zu beachten sind, wenn du als junger Mensch mit dem Vermögensaufbau beginnen willst?

  • Logisch ist: je früher, desto besser. Früh mit dem Vermögensaufbau anzufangen, ist aber mindestens genauso wichtig, wie die Ausarbeitung konkreter Anlageziele.
  • Diese Ziele müssen terminiert und in Euro beziffert sein.
  • Übernehme die Verantwortung für dein Geld und gebe sie nicht an irgendwelche Berater ab.
  • Verstehe die verschiedenen Anlagemöglichkeiten. In Zeiten wie diesen sollte man jedes Geldanlage-Produkt hinterfragen und verstehen und nicht blind auf attraktive, aber oft leere Versprechen hereinfallen.

Mein Praxis-Tipp: Frage deinen Berater oder Verkäufer, ob er dir in maximal fünf Sätzen erklären kann, warum du dieses oder jenes Produkt kaufen solltest. Ein guter Berater kann dir in relativ kurzen Sätzen erklären, warum du dieses oder jenes Produkt gekauft hast oder kaufen solltest.

Ich würde mich riesig freuen, wenn wir in den Dialog treten. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist die Plattform Upspeak. Upspeak ist eine kostenfreie App. Dort sind verschiedenste Mentoren gelistet, unter anderem auch ich. Gern kannst du dort meiner Community beitreten. Du siehst dort alle Fragen, die mir gestellt werden, sowie meine Antworten und die der Community. Das heißt, wir können hier voneinander lernen und uns unterstützen. Weiterhin gibt es die geheime Facebook-Gruppe namens „Vermögensaufbau abseits der Masse„, zu der ich dich herzlich einlade.

Ich freue mich, wenn du meinen Podcast und Blog auf den Social Media Kanälen, sowie im Freundes-, Bekannten- und Familienkreis weiterempfiehlst, damit möglichst viele Menschen sich finanzielles Wissen aneignen können und wir gemeinsam Deutschland nachhaltig verändern.

Bis zum nächsten Mal, dein Sven Stopka.

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Über Sven Stopka

Sven Stopka ist Geschäftsführer von TUENDUM und berät dich als Honorar-Finanzanlagenberater zu 100 % unabhängig. Die Beratung ist individuell auf Dich und Deine Situation maßgeschneidert und wird nicht durch Provisionszahlungen der Finanzprodukt-Anbieter finanziert.

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