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In diesem Beitrag erkläre ich zwei Aspekte des Investments. Zum einen geht es dabei, um das Timing des Investments und zum anderem um das sogenannte Stock Picking.

Ausgangssituation

Der Auslöser für diesen Beitrag ist die Kommunikation mit einem Interessenten, der einen Beratungstermin mit mir abgesagt hatte. Begründet hat er die Absage damit, dass jetzt der falsche Zeitpunkt zum Investieren wäre. Zudem hatte er bereits ein Portfolio und war der Meinung, dass es aktuell sehr ungünstig wäre, nachzukaufen oder anderweitig zu investieren. Er erwarte nämlich eine Korrektur im Markt. Der Zeitpunkt zum Investieren sei also ungünstig.

Was ist Timing?

Timing bedeutet übersetzt „Zeitwahl“, also die gezielte Auswahl von Zeitpunkten zum Kaufen und Verkaufen. Ob das sinnvoll ist, werde ich später anhand von Zahlen belegen.

Was ist Stock Picking?

Stock Picking ist das gezielte Investieren in Einzelaktien oder in eine gewisse Branche. Das Gegenteil dazu ist, einfach den gesamten Markt zu kaufen. Aber macht es Sinn, den ganzen Markt zu kaufen? Auch hierfür möchte ich später einige Zahlen liefern.

Welche Risiken bestehen beim Investieren?

Falsches Timing

Bezüglich des Timings besteht die Gefahr, zum falschen Zeitpunkt zu kaufen und dadurch unter Umständen Geld zu verlieren. Das kann passieren, wenn du beispielsweise die komplette Korrektur mitnimmst und dann nie wieder auf den Punkt, bei dem du eingestiegen bist, zurückkommen kannst.

Unternehmen verschwinden

Beim Stock Picking besteht das Risiko, dass Unternehmen komplett vom Markt verschwinden können. Das konnte man seinerzeit zum Beispiel bei Nokia sehen. Nokia war nämlich Weltmarktführer im Bereich Handy. Das Unternehmen ging aber nicht mit der Zeit und wurde somit vom Markt gedrängt.

Branchen in der Krise

Auch eine komplette Branche kann in eine Krise geraten. Das ist jüngst im Zuge der Abgasthematik bei den Automobilherstellern zu beobachten gewesen.

Höhere Rendite im Gesamtmarkt

Außerdem kann es passieren, dass du mit dem Timing oder Stock Picking 4 % Rendite machst, während es im gesamten Markt in der gleichen Zeit 6 % Rendite gibt. Diese Differenz wird in der Fachsprache Opportunitätskosten genannt.

Beide Bereiche haben also gemeinsam, dass sie ein unnötiges Risiko für dein Geld darstellen. Hier besteht nämlich die Gefahr von Schwankungen, die zu einem Geldverlust führen können. Letztlich investierst du ja aber, um einen Ertrag zu erwirtschaften.

Wie investieren Anleger aktuell in Deutschland?

Viele Menschen in Deutschland verwahren ihr Geld eher und hüten es anstatt zu investieren. Das belegen auch die Zahlen. Aktuell haben wir in Deutschland ein Sparvermögen von 3,5 Billionen Euro. Diese Gelder liegen in Bausparverträgen, Lebensversicherungen, Rentenversicherung und auf Konten.

Vor einigen Wochen habe ich einen Bericht gelesen, in dem es hieß, dass das Sparbuch die beliebteste Anlageform Deutschland sei. Dabei bin ich fast vom Glauben abgefallen! Wie kann denn ein Anleger sein Geld auf ein Sparbuch für teilweise 0,002 % packen, während die Inflation 2 % beträgt? Das ist Geldvernichtung schlechthin.

Daher verwundert es auch nicht, dass Deutschland in Europa das Schlusslicht beim Thema Nettohaushaltsvermögen bildet. Denn wenn das Geld nur gehütet und nicht investiert wird, kann kein Vermögen aufgebaut werden. Entsprechend ist das Sparbuch auch das Buch, das man sich sparen kann.

Ein Großteil der Bevölkerung investiert auch über sogenannte fondsgebundene Renten oder Lebensversicherungen. Hier ist ein Timing generell ausgeschlossen, da die Summen einmalig oder über einen monatlichen Sparplan investiert werden. Daher ist kein täglicher Handel möglich. Die Spekulanten versuchen, den Markt über das Timing oder über das Stock Picking zu schlagen. Davon kann ich allerdings nur abraten.

Kann man den Markt schlagen?

Mit dem Ziel, den Markt zu schlagen, wird das aktive Management ad absurdum geführt. Es wird über lange Zeit versucht, den Markt zu schlagen, was zwar auch kurzfristig (durch Zufall) gelingt. Aber über lange Zeit schafft es kein aktives Management, den Markt kontinuierlich zu schlagen. Warum sollst du dann dafür als Anleger hohe Ausgabeaufschläge hohe Verwaltungskosten und vielleicht sogar noch Performance-Gebühren bezahlen, wenn du doch einfach den gesamten Markt über eine kostengünstige Lösung erwerben kannst.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Investieren?

Häufig werde ich auch gefragt, wann denn der beste Zeitpunkt zum Investieren ist. Meine Antwort: Der beste Zeitpunkt zum Investieren ist immer jetzt. Denn keiner von uns – auch ich nicht – kann den Markt zuverlässig vorhersagen.

Die Macht der Emotionen

Es gibt gewisse „Experten“, die behaupten „Der Markt korrigiert, verkauft alle Aktien!“, „Der Markt bricht ein, es kommt die große Krise!“ Das sind alles Aussagen, die Emotionen auslösen sollen. Diese Emotionen führen dazu, dass du Dummheiten begehst, was deine Geldanlage und Investition angeht. Am Ende des Tages hast du dann nur eines: Verluste.

Es ist auch klar: Je länger die angeblichen „Experten“ in den Medien erzählen, dass die Krise komme, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie irgendwann auch recht haben. Und dann heimsen sie sich die Lorbeeren ein, schließlich haben sie ja alles vorausgesehen.

Deswegen mein Rat: Lasse dich nicht von diesen „Experten“ und ihren Medienberichten beirren. Bleibe einfach im Markt investiert und versuche, nicht zu timen und nicht zu picken.

Lohnt sich Timing?

Angenommen du hättest 1990 10.000 US-Dollar in den US-amerikanischen Markt bis Ende 2017 investiert. Dann wärst du dort mit einer Gesamtrendite von 9,81 % belohnt worden. In Summe wären es 137.390 US-Dollar. Das ist eine beachtliche Summe.

Wenn du in diesen 27 Jahren beispielsweise die besten 5 Tage versäumt hättest, wäre die Rendite auf 8,21 % mit einem Ergebnis von 91.140 US-Dollar gesunken.

Dabei ist es sehr unwahrscheinlich, dass nur die besten 5 Tage versäumst. Wenn die besten 25 Tage versäumst – in einem Anlagezeitraum von 27 Jahren! –, bedeutet das konkret eine Rendite von 4,53 % bzw. ein Ergebnis von 34.550 US-Dollar.

Wenn du einfach nur investiert geblieben wärst, hätten wir einen eklatanten Unterschied von 102.840 US-Dollar – nur weil du versucht hast, den Markt zu timen!

Stock Picking oder gesamter Markt?

Hättest du von 1994 bis Ende 2017 in den gesamten Markt investiert, sprich weltweit, wärst du mit einer Rendite von 8 % belohnt worden. Würden dir die besten 10 % der Aktien im jeweiligen Jahr fehlen, wäre die Rendite auf 3,6 % zurückgegangen.

Würden dir sogar die besten 25 % der Aktien in jedem Jahr fehlen, wäre das Ergebnis Minus 4,4 %. Nicht im gesamten Markt zu investieren, ist also eine Garantie für einen Verlust.

Das ist der Nachweis, dass es sich nicht lohnt, auf einzelne Werte oder Branchen zu setzen. Investiere besser ganz entspannt in den gesamten Markt. Dann kannst du dich zurücklehnen und vereinnahmst auch die gesamte Marktrendite.

Auch in den Beratungen erkläre ich den Mandanten immer wieder: Versuche nicht, den Markt zu schlagen. Mache den Markt zum Freund und nicht zum Feind.

Dieser Beitrag wird höchstwahrscheinlich den einen oder anderen dazu bewegen, sich mit seiner eigenen Anlagesituation zu beschäftigen. Wenn du dazu Fragen oder Anregungen hast, komme gerne in die geschlossene Facebook-Gruppe „Vermögensaufbau abseits der Masse“.

Dort diskutieren wir, du kannst mir Fragen stellen, die ich gerne beantworte, und es gibt exklusive Informationen für die Mitglieder. Denn ich habe eine Mission: Ich möchte Deutschland nachhaltig verändern, indem ich unabhängig und transparent über Investmentmöglichkeiten informiere. Damit mir das gelingt, brauche ich deine Unterstützung. Empfehle diesen Blog und gern auch meinen Podcast an Freunde, Familie und Bekannten weiter, damit diese sich finanzielles Wissen aneignen und ich meine Mission erfüllen kann.

Ich wünsche dir eine gesunde erfolgreiche Woche!

Bis nächsten Montag,

dein Sven Stopka

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