Du möchtest dein Wissen zu Anleihenfonds vertiefen und deine Investmententscheidungen verbessern? In diesem Beitrag erkunden wir die Welt der Anleihenfonds und ihre Rolle im Kapitalmarkt. Ich erkläre dir, warum Anleihen entgegen ihrem Ruf als sichere Anlagen unter bestimmten Bedingungen, wie etwa bei steigenden Zinsen, auch Verluste einfahren können. Du bekommst einen Einblick in die Bedeutung von Laufzeiten und Bonitäten und wie diese den Wert deiner Anleihenfonds beeinflussen. Zudem gehe ich darauf ein, warum reine Aktienportfolios in der Vergangenheit oft bessere Ergebnisse erzielt haben, als Mischfonds. Schließlich erhältst du wichtige Tipps, wie du typische Anlegerfehler vermeiden und deine Anleihenfonds-Strategie optimieren kannst.
Was sind Anleihen? Eine grundlegende Erklärung
Anleihen sind Wertpapiere. Sie werden in der Regel an der Börse gehandelt. Wer eine Anleihe verkauft, erhält dafür Geld – einen Kredit vom Käufer sozusagen. Mit der Anleihe wird bestätigt, dass der Käufer ein Recht auf Rückzahlung des gezahlten Geldes, als auch auf Zinsen hat. Es gibt Unternehmensanleihen und Staatsanleihen. Alle Anleihen haben gemeinsame Merkmale wie Laufzeit, Zinskupon und Bonität. Für die Bewertung von Anleihen sind Bonität und Restlaufzeit entscheidend.
Möchtest du dein Geld in den liquiden Kapitalmarkt investieren, hast du grundsätzlich drei Möglichkeiten:
Aktienfonds
Anleihenfonds
Mischfonds
Bei Mischfonds werden Aktien und Anleihen innerhalb eines Fonds in unterschiedlichen Gewichtungen kombiniert.
Das konntest du besonders im letzten Jahr merken. Die Zinsen der Notenbanken sind gestiegen und so konntest du zusehen, wie deine Anleihenfonds oder Mischfonds entsprechend immer roter wurden. Womit hängt das zusammen?
Aktuell fragen sich viele Anleger, wieso sie bei einer angeblich so sicheren Investition im negativen Bereich liegen. Es ist frustrierend, wenn du feststellst, dass dein Misch- oder Anleihenfonds negative Renditen aufweist. In einer solchen Situation ist es wichtig, dass du einen kühlen Kopf bewahrst und nicht impulsiv handelst.
Eine Anleihe hat einen inneren und einen äußeren Wert. Eine Anleihe kommt am Ende der Laufzeit immer zu 100 Prozent zurück. Nennen wir das den inneren Wert. Der äußere Wert ist der Wert, der mit dir kommuniziert wird.
Grundsätzlich enthält ein Anleihenfonds natürlich mehrere Anleihen. Picken wir uns eine davon heraus und sagen, sie hat eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zins von einem Prozent.
Einen Prozent Zins hat die alte Anleihe, entsprechend ergibt das zwei Prozentpunkte Differenz. Die Restlaufzeit beträgt drei Jahre. So würden dementsprechend sechs Prozent als Abschlag angesetzt werden. Je weiter also der Zins steigt, umso mehr wird der äußere Wert der Anleihe gemindert.
Genauso kann das umgekehrt passieren. Angenommen, du kaufst eine Anleihe für fünf Prozent. Das Zinsniveau sinkt auf zwei Prozent, dann hast du drei Prozent Differenzpunkte. Somit ist der äußere Wert größer, als der innere Wert, weil jemand bereit wäre, dir mehr zu bezahlen, wie du am Ende der Laufzeit zurückbekommen würdest.
Aktuell ist es so, dass du bei Anleihen mit einer sehr langen Laufzeit nicht deutlich mehr Ertrag bekommst, als bei Kurzläufern. Anleihen und Anleihenfonds gelten als sicher. Demnach hat es viele Anleger in den letzten Wochen und Monaten kalt erwischt.
Entsprechend meiner Berechnungen ist es für Anleger mit einem reinen Aktienportfolio deutlich besser gelaufen, als für Anleger mit Mischfonds, zu 50 Prozent Aktien und 50 Prozent Anleihen. Der Aktienanteil hat performt, aber der Anleihen-Anteil hat einen mitbekommen, weil die Zinsen gestiegen sind.
Der fatale Fehler, den du als Anleger nun begehen kannst, ist der Verkauf von Anleihen, sobald du Verluste im Portfolio entdeckst. Damit realisierst du den Verlust. Es ist wichtig, sich intensiv mit den Anleihen und Anleihenfonds zu beschäftigen. Was viele nicht verstehen ist, dass Anleihenfonds unendlich sind und sich kontinuierlich an das aktuelle Zinsniveau anpassen. Die alten, niedrig verzinsten Anleihen werden also nach und nach ausgespült und werden durch Anleihen im aktuellen Zinsniveau ersetzt. Was resultiert daraus? Mit der Zeit wird die Anleihe, oder der Anleihenfonds, sich auf ein aktuelles Marktzinsniveau bewegen.
Der rasante Anstieg auf teilweise über fünf Prozent war nicht vorhersehbar. Wer aber jetzt das Handtuch schmeißt und aussteigt, begeht nach meinem Dafürhalten einen fatalen Fehler. Du kannst natürlich jetzt wetten und das Geld aus den Anleihen ziehen und in Aktien stecken, aber damit wettest du darauf, dass die Aktien besser performen werden.
Bevor du Veränderungen vornimmst, solltest du ganz genau unter die Motorhaube eines neuen Investments schauen. Vielleicht sind deine derzeitigen vermeintlichen Verluste in ein bis zwei Jahren wieder ausgeglichen.
Die Laufzeit einer Anleihe sollte in der Regel relativ kurz gehalten werden, es sei denn, du kannst höhere Schwankungen verkraften und hast einen langen Anlagehorizont. Lange Laufzeiten mit niedrigen Zinskupons können zu Buchverlusten führen. Es ist wichtig, die Laufzeit der Anleihen zu beachten und dich nicht von kurzfristigen Verlusten im Portfolio blenden zu lassen.
Das Verständnis von Anleihenfonds und die Vermeidung klassischer Fallen sind entscheidend für eine erfolgreiche Anlagestrategie. Denke daran, dass Anleihenfonds sich kontinuierlich an das aktuelle Zinsniveau anpassen. Meinen Kunden habe ich, bis auf wenige Ausnahmen, empfohlen, durchzuhalten. Wie immer im Leben gilt: Lasse dich nicht von äußeren Werten blenden, sondern schaue auch auf die inneren.
Bleibe klug, planbar und vor allem renditestark investiert. Bis zum nächsten Mal,
dein Sven Stopka